| Bildervorschau | Reisebericht |
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| 09.11.2004 | Manaus |
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Unser heutiger Flug führt von Belo Horizonte über Brasilia, die Hauptstadt Brasiliens, nach Manaus.
Von Brasilia aus fliegen wir stundenlang über das grüne Gebiet Amazoniens. Der Regenwald scheint
endlos zu sein, was nicht verwundert, denn laut Reiseführer umfasst das Gebiet ca. 45% von
Brasiliens Fläche, dem fünftgrößten Land der Erde!
Sicher landen wir in Manaus und eine Stunde zuvor hat es hier heftige Regengüsse gegeben,
von denen jeder spricht. Wir werden am Flughafen von Max abgeholt, den wir ein paar Wochen
später beim Voxtours-Special "Amazonien" im Fernsehen wieder sehen. Bevor wir ins Hotel gebracht werden, zeigt uns Max die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Manaus, das schöne Opernhaus und die Markthallen. Das Opernhaus ist sehr beeindruckend und wenn man bedenkt, was für ein Aufwand hier im Dschungel vor über 100 Jahren betrieben wurde, kann man ein wenig erahnen, was für einen Reichtum der Kautschukboom ins Land gebracht haben muss. Die Kautschukbarone machten mit dem Latex der Bäume so viel Geld, dass sie es sich leisteten, ihre Wäsche zum Waschen nach Lissabon zu schicken. Der Gummirausch endete schnell, nachdem ein paar Sprösslinge der Pflanze außer Landes geschmuggelt worden waren und in den tropischen Kolonien der Briten erfolgreich gezüchtet wurden. Auch der Besuch der Markthallen gefällt uns gut und zu sehen gibt es unter anderem große Obstlager und Fisch im Überfluss. Unser Hotel ist sehr schön, nur leider abgelegen vom Stadtkern. So organisieren wir selbst noch einen kleinen Ausflug zum Encontro de Aguas, dem Zusammenfluss des Rio Negro mit dem Rio Solimoes. Hier treffen der helle Rio Solimoes und der dunkle Rio Negro aufeinander und durch die unterschiedlichen Temperaturen vermischen sich die beiden Flüsse erst mehrere Kilometer später. Wenn man vom Boot aus die Hand ins Wasser hält, spürt man den Unterschied deutlich. Ab diesem Punkt beginnt der Amazonas. ÜN Manaus nach oben |
| 10.11.2004 | In der Dschungellodge |
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Morgens werden wir von einem Taxifahrer abgeholt und niemand sagt uns so genau, wo wir hinfahren werden und was uns erwartet. Von anderen Hotelgästen erfahren wir dann doch noch ein paar Einzelheiten und unser gebuchtes Überraschungspaket soll sich demnach sehr lohnen. Mit dem Taxi fahren wir zu einer Fähre, die uns über den Amazonas bringt. Während der Fährfahrt kommt plötzlich der Taxifahrer suchend auf mich zu und drückt mir sein Handy in die Hand. Ich wundere mich darüber, wer mich hier im tiefsten Brasilien anrufen könnte und am anderen Ende teilt mir der Guide unserer gebuchten Unterkunft mit, dass er uns nicht persönlich empfangen kann und wir deshalb auf ihn warten sollen. Sehr aufmerksam, kann ich da nur sagen! Nach der Fährüberfahrt fahren wir ca. 1-2 Stunden auf einer Straße und kommen schließlich zu unserer Lodge, zu der wir erst nach einer kurzen Bootsüberfahrt gelangen. Ein komfortables Hotel, bei dem jedes Gästepaar seine eigene Hütte bekommt. Wir haben Glück, denn es sind außer uns nur drei weitere Gäste hier und deshalb ist es entsprechend ruhig. Für Unterhaltung ist hier im Regenwald auch gesorgt: Es gibt Fintness-, Fernseh- und Ruheräume, die mit Hängematten ausgestattet sind. Einen schönen Garten und sogar einen Fußballplatz hat man hier mitten im Dschungel errichtet, aber für ein fußballbegeistertes Land wie Brasilien ist das auch wieder normal. Am frühen Nachmittag begrüßt uns unser Guide Fabio und stellt uns unseren Bootsführer für die kommenden Tage, Mr. Nelson, und eine Deutsche vor, die ebenfalls das Ausflugspaket gebucht hat. Kurze Zeit später starten wir zu unserem ersten Dschungelausflug und fahren hierzu mit dem Boot ca. eine halbe Stunde auf einem Nebenarm des Rio Negro stromaufwärts. Nachdem wir angelegt haben, klettern wir das Ufer hinauf und unsere Guides lehren uns viel über die Pflanzen und Tiere des Dschungels. Aus einer abgestorben wirkenden Wurzel beispielsweise gewinnt Mr. Nelson frisches Trinkwasser. Wir gehen weiter zu einem See, auf dem riesige Wasserlilien schwimmen und auch die Moskitos zeigen sich das erste Mal. Auf der Weiterfahrt sehen wir viele Vögel und ab und zu taucht ein Kaiman aus dem Wasser auf. In einem ruhigen Gewässer halten wir an, holen die mitgebrachten stabilen Stöcke hervor und binden eine Schnur daran. Fertig ist eine Angelroute. Unsere Köder sind rohes Fleisch und spätestens jetzt wissen wir, was gefangen werden soll, denn Piranhas stehen bekanntlich auf solche Leckerbissen. Es dauert nicht lange, bis die ersten Fische beißen und danach geht es Schlag auf Schlag. Im Fluss wimmelt es nur so von diesen gefräßigen Fischen. Wir fahren weiter und das Flussbild ändert sich ständig, so dass man pausenlos fotografieren könnte. Als es dunkel wird, kramt Fabio eine Autobatterie hervor und schließt einen hellen Scheinwerfer daran an. Mittlerweile ist es ganz dunkel und wir fahren in der Mitte des Flusses langsam weiter. Der Scheinwerfer ist auf das Ufer gerichtet und nach kurzer Zeit wissen wir, warum: Überall am Ufer leuchten orangefarbene Punkte auf und wir erkennen schnell, dass es Kaimanaugen sind, die in der Dunkelheit leuchten. Entlang des ganzen Ufers sitzen sie und irgendwann gibt Mr. Nelson Gas und hält auf solch ein Augenpaar zu. Kurz bevor wir das Ufer rammen, dreht er bei, während Fabio, ganz vorn im Boot hockend, versucht, mit den bloßen Händen einen Kaiman zu fangen. Nach drei Versuchen hat er endlich einen und präsentiert ihn uns stolz. Das Tier packt er am Hals, so dass es sich nicht wehren kann. Nachdem wir ausgiebig fotografiert haben, streichelt Fabio den Kaiman an einer bestimmten Stelle der Brust, wodurch das Reptil sofort in einen Schlaf verfällt. Fabio legt es nun auf dem Rücken mitten ins Boot hinein und auch unser Blitzlichtgewitter weckt den Kaiman nicht wieder auf. Erst als Fabio den Kaiman wieder ins Wasser hält, wird er munter und wir entlassen ihn in die Freiheit. Ein wirklich beeindruckendes Erlebnis war dies und wir vergaßen bei den ganzen Ereignissen sogar die vielen Motten und Mücken um uns herum, die vom Scheinwerferlicht nahezu angesaugt wurden. Gute Kleidung ist hier unerlässlich! Für heute haben wir genug erlebt und fahren deshalb zurück zur Lodge, wo uns ein gutes Abendessen erwartet. ÜN Pousada Amazonia nach oben |
| 11.11.2004 | |
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Wir werden schon um 4:30 Uhr von Fabio geweckt, denn heute möchten wir einen Sonnenaufgang auf dem Wasser erleben.
Im Boot ist es mit dem Fahrtwind saukalt, und wir sind froh, als wir endlich eine Stelle gefunden haben, die uns geeignet genug erscheint, um den Sonnenaufgang zu sehen. Kaum haben wir gehalten, wird die morgendliche Ruhe auch schon gestört. Von unten stößt etwas gegen unser Boot und wir entdecken neben uns die rosa Flussdelphine, die uns begrüßen. Diese Delphine sind tatsächlich rosa und kommen nur im Amazonasgebiet vor. Der Sonnenaufgang ist sehr schön und nachdem wir ausgiebig fotografiert haben, fahren wir ein Stück weiter und legen irgendwann an, um eine Dschungelwanderung zu machen. Es ist mittlerweile so warm und feucht, dass das Laufen unheimlich anstrengend wird. Fabio stochert in irgendwelchen Wurzeln herum, in der Hoffnung, ein paar Vogelspinnen aufzuspüren, und wir sind ganz froh, dass seine Suche nicht von Erfolg gekrönt wird. Uns wird wieder viel zur Natur erklärt, z.B. wird ein Kautschukbaum angeritzt, der daraufhin seine gummiartige Masse von sich gibt. Die Maden, die unsere Guides von den Blättern holen, sollen wir essen, und da wir streiken, essen sie die Maden kurzerhand selber. Highlight dieser Wanderung wird ein Dreizehen-Faultier, das müde in den Bäumen hängt und von Fabio zufällig entdeckt wird. Nachdem eine Gruppe Japaner das Faultier ebenfalls sehen, zieht es träge, aber geschickt, ab. Nun ist eine Ruhepause im Hotel angesagt und für den Nachmittag steht der nächste Höhepunkt an: Ein Besuch in einem Indianerdorf. Die Menschen leben im und vom Regenwald und begrüßen uns sehr freundlich. Als Snack bieten sie uns geröstete Ameisen an, die wir aber dankend ablehnen. Darüber wiederum freuen sich Fabio und Mr. Nelson, denn sie bekommen unsere Portionen und erzählen uns, dass es so ähnlich wie Chips schmecken würde. Uns wird das Dorf gezeigt und viel über das Leben hier im Dschungel erklärt. Im Dorf leben ca. 15 Personen und es gibt eine Apotheke mit selbst hergestellten Arzneien und eine Schule mit eigenen Schulbüchern in ihrer Sprache. Die Kinder stellen sich am Ende unseres Besuchs gemeinsam mit ihren Müttern auf, um uns ein Lied vorzusingen, dass wir sogleich mit unseren Kameras aufnehmen. Das Ergebnis präsentieren wir ihnen auf den kleinen Displays der Kameras und sie sind genauso begeistert über ihr Lied, wie wir. Dann müssen wir uns leider wieder verabschieden von diesen netten Menschen mit ihrem so anderen Leben, und wir sind froh darüber, dass sie uns einen kleinen Einblick in ihren Alltag gegeben haben. ÜN Pousada Amazonia nach oben |
| 12.11.2004 | |
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Heute fahren wir zum Dorf Irandupa. Hier leben Halbindianer und ihr Dorf ist sehr modern. Es gibt eine große Schule, eine Kirche und einige Geschäfte, bei denen auch wir Touris fündig werden. Dies ist unser letzter Tag im Dschungel und heute fahren wir noch einmal weit flussaufwärts, um die Natur zu genießen. In einem Gebiet, dass Mr. Nelson noch aus seiner Kindheit (er ist schätzungsweise 50 Jahre alt) kennt, halten wir, denn er hat damals an dieser Stelle immer Krokodile gesehen. Wir klettern die steile Uferböschung hinauf und gehen ein Stück ins Waldinnere hinein. Auf den ersten Blick können wir nichts entdecken, aber nachdem Mr. Nelson mit seltsamen Lauten den Ruf der Krokodile imitiert, tönen von allen Seiten die Antworten der Reptilien. Schon wieder sind wir begeistert von dieser einzigartigen Natur, wollen uns aber nach diesen unzähligen Rufen lieber nicht weiter nach vorn wagen. Der Tag vergeht schnell und abends wird es Zeit, die Rucksäcke zu packen. ÜN Pousada Amazonia nach oben |
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