Umrechnung von  
in 
 

Powered by JoomlaGadgets

 

Zufallsbild

b_170_130_15461355_00_images_stories_Asienfotos_indienbilder_5087_Varanasi.jpeg

Translate this site

38_Glacierbay
23_Aialik-Glacier
Seward_Tonsina-Creek
Haines-Junktion
Matanuska-Gletscher
51_Denali-NP_Elch
21_Seward
Emerald-Lake
36_Skagway
42_Palmer-Independence-Mine
33_Chitina-Wrangell-Mountains
63_Katmai_Schaumbad

 Alaska/Yukon - Reisebericht

<!-- -->

(19.06. - 10.07.2005)

19.06.2005

Nach einem 10-stündigen Flug kommen wir etwas geschafft am internationalen Flughafen von Anchorage an und müssen dann noch zum nationalen Flughafen, um dort unseren Mietwagen in Empfang zu nehmen.
Nach längerer Suche im Parkhaus entdecken wir das uns zugewiesene Fahrzeug außerhalb auf einem Nebenplatz. Da uns statt des gebuchten Viertürers ein Zweitürer erwartet, geht es noch mal zurück zum Schalter, wo uns statt des ursprünglichen Wagens nun ein blauer, schon ganz schön strapazierte und zerkratzter Viertürer zugeteilt wird.

Wasserflughafen

Wir verweisen den Vermieter auf die vorhandenen Schäden und machen zur Sicherheit Fotos des Autos.

Danach beginnt unsere Fahrt. Erste Station ist der Wasserflughafen, an dem alle paar Minuten ein Flugzeug landet bzw. startet. Angeblich handelt es sich um den größten Wasserflughafen der Welt. Sichtlich beeindruckt machen wir hier unsere ersten Fotoaufnahmen.
Danach geht es zu unserem vorab gebuchten Hotel, dem Chelsea Inn, Spenard Rd.. Leider versprachen die Bilder im Internet mehr und die Reservierungs-Gebühren werden leider noch auf den Übernachtungspreis angerechnet. Nachdem wir die ersten Sachen aus- bzw. umgepackt haben, machen wir uns auf den Weg in die City. Müde kämpfen wir uns durch die Straßen, die 10 Stunden Zeitverschiebung machen uns ganz gut zu schaffen. Wir decken uns mit den ersten Lebensmitteln ein und denken jetzt noch, dass wir zufällig einen besonders teuren Supermarkt angesteuert haben. Auf unserer Weiterreise stellen wir aber schon bald fest, dass Alaska wirklich so teuer ist. Die Bevölkerung scheint gut zu verdienen und eine Einkommensteuer wird vom Staat hier nicht erhoben. Nach einem Imbiss im Downtown Deli and Café gehen wir früh zu Bett.

ÜN Anchorage

20.06.2005    Kenai

Nach unruhiger Nacht, in der es die ganze Zeit taghell war, brechen wir morgens zur Kenai-Halbinsel auf. Auf dem Weg machen wir Stopps beim Beluga-Point, der Crow Creek-Goldmine und am Portage Gletscher.
Schnell schließen wir Bekanntschaft mit den heimischen Moskitos und am Gletscher fragen wir uns, wo er ist, denn die Abbildungen im Reiseführer zeigen ihn direkt am Parkplatz. Seit Buchauflage muss er schon soweit zurück geschmolzen sein, dass man ihn nur noch mit dem Schiff erreichen kann. Wir sparen uns die Bootstour und schauen uns stattdessen im Visitorcenter einen preisgekrönten, sehr schönen Film an. Nach einer anschließenden kleinen Wanderung zu einem benachbarten kleinen Gletscher fahren wir bei aufhellendem Wetter weiter bis Kenai.
Wir finden dort einen sehr schönen RV-Campground mit herrlicher Aussicht auf die Bucht und dürfen unser Zelt dort auf einer kleinen Grünfläche an der Ausfahrt aufschlagen. Abends gehen wir im Ort essen und da wir mit den amerikanischen Maßeinheiten noch nicht so vertraut sind, steht zum mexikanischen Essen ein riesiger Krug Bier, mindestens 2 Liter, vor uns, den wir kaum bewältigen können.

ÜN Kenai

21.06.2005 Homer

Die Nacht ist kalt, aber Dank der guten Schlafsäcke frieren wir nicht. Wir beschließen, eine weitere Nacht hier zu verbringen und brechen morgens für eine Tagestour nach Homer auf. Der erste Stopp ist in Ninilchik, einer alten russischen Siedlung, die einen urgemütlichen Eindruck hinterlässt.

Danach fahren wir durch bis Homer und die Stadt zeigt sich bei tollem Wetter von ihrer schönsten Seite. Ein traumhaftes Bergpanorama eingerahmt zwischen blauem Himmel und blauem Meer. Was für ein Blick! Wir schauen uns den Schiffsfriedhof an und schlendern dann Stunden über den Homer Spit, schauen Schiffen beim Ausladen ihrer Ladung zu und den Touristen bei der Kür ihres Fanges vom Tag. Die Heilbutte sind teilweise fast 2m groß. Über der ganzen Szenerie kreisen Weißkopfseeadler und als wir am Ende einen Berg für ein Panoramafoto hochfahren, läuft uns die erste Elchkuh mit ihrem Kalb direkt am Auto vorbei.

Nicht schlecht dieser Urlaubseinstieg.

ÜN Kenai

Heilbuttfishing Ninilchik
22.06.2005    Seward

Heute fahren wir von Kenai nach Seward und anfangs steht gleich der nächste Elch an einem See. Wir machen ein paar Fotos von den zahlreichen Anglern am Fluss und in Seward fahren dann durch zum Exitgletscher. Der sah auf Bildern gewaltiger aus, aber das liegt wohl daran, dass man nicht zum Fuß gelangt, da der Fluss vom Schmelzwasser zu breit ist.

Im Ort nehmen wir aufgrund des schlechter werdenden Wetters ein B & B bei einer ostdeutschen Auswanderin. Diese hat 1989 „rüber gemacht“ und lebt hier ganz nett in einer der schönsten Gegenden Alaskas. Von ihr bekommen wir den Tipp, morgens einen Berg an der Nordseite zu erklimmen und da uns unsere Mitbewohner aus New Mexico begeistert von der Tour erzählen, nehmen wir es uns für den nächsten Morgen vor. Abends gehen wir im Salmon Bake essen und können den Cesars Salad mit gegrilltem Lachs unbedingt weiter empfehlen.

ÜN Seward

23.06.2005     Seward

Das Wetter hat sich glücklicherweise gebessert und bei Sonnenschein werden wir von unserer Gastwirtin zum unscheinbaren Ausgangspunkt unseres Bergtrails gebracht. Wir klettern die Böschung hinauf und stehen im dichten Wald, vor uns ein steiler, nahezu senkrechter, Anstieg.

Nachdem wir uns hinaufgekämpft haben, erwartet uns ein fantastisches Bergpanorama mit Blick auf Seward und die ganze Umgebung. Die Baumgrenze ist längst überschritten, ein Murmeltier schaut neugierig aus seinem Bau und ein Schneehuhn ist überhaupt nicht begeistert von unserem Besuch, weil ihre Küken nun aufgeschreckt durch die Gegend rennen um Schutz zu suchen.

Nach unserer Rückkehr nehmen wir eine Dusche und beschließen dann, den sehr lohnenden Tonsina Trail am Ende der Stadt auch noch abzuwandern, denn dieser ist als eine der schönsten Wanderungen der Region im Reiseführer besonders erwähnt. Wir werden nicht enttäuscht. Zwar schaffen wir das schöne Stück am Meer entlang aus Zeitgründen nicht, aber schon die fantastische Landschaft am Ufer in der Abendsonne hat alle Mühen gelohnt. Unterwegs treffen wir viele laut vor sich her singende Wanderer, die so die Bären fern halten wollen. Uns begegnet während unserer Wanderungen glücklicherweise nie einer.

ÜN Seward

Tonsina-Trail

Tonsina Trail

24.06.2005 Seward

  

Heute machen wir eine Bootstour durch die Fjorde, vorbei an vielen kleinen Inseln und das Ziel ist der ins Meer kalbende Aialik Glacier. Wir haben gerade abgelegt, als wir schon den ersten gemütlich auf dem Rücken liegenden Otter im Wasser entdecken.

Etwas weiter draußen begrüßen uns Delphine und dann dauert es nicht lange, bis wir die ersten Buckelwale und Orcas sehen. Die ganze Tour ist perfekt und hat sich sehr gelohnt.

Am Aialik Glacier machen wir Halt und können vom Wasser aus beobachten, wie die Felsen aus Eis nach und nach von der Gletscherwand abbrechen und unter lautem Getöse ins Meer stürzen. Auf den Eisschollen, die überall herumschwimmen, liegen faul die Seerobben und lassen es sich gut gehen. Auf dem Rückweg sehen wir wieder viele Wale, teilweise in Vier- bis Sechserformationen, unzählige Vögel, wie Puffins, Komorane und Adler und auf den Inseln liegen überall Seelöwen und Robben in der Sonne.
Die Seefahrt sollte man unbedingt machen, um sich den Tierreichtum und die enorme Artenvielfalt Alaskas zu erschließen. Das Land ist fantastisch!

Wieder im Hafen angekommen, setzen wir uns ins Auto, um heute noch so weit wie möglich nach Norden zu kommen, denn wir wollen statt der Fährfahrt nach Valdez lieber den Umweg über Anchorage und dann zum Matanuska Glacier nehmen.

Kurz hinter Palmer schlagen wir um ca. 23:00 Uhr unser Zelt auf einem Campingplatz auf.

ÜN Palmer
Whalewatching Aialik-Glacier
 Nach oben
25.06.2005    Matanuska

   

Wir fahren noch nicht lange, als uns wieder ein Elch über den Weg läuft. Dass wir so häufig welche sehen würden, hätten wir vor dem Urlaub wirklich nicht gedacht.
Die schöne Landschaft halten wir auf zahlreichen Fotostopps fest und gegen Mittag kommen wir am Matanuska Glacier an. Da man diesen Gletscher auf eigene Faust (und eigenes Risiko) begehen kann, begeben wir uns vorsichtig auf die riesige Eisfläche. Schnell haben wir uns an den rutschigen Untergrund gewöhnt und bald stehen wir an einem schönen See mitten auf dem Gletscher. Alles sieht fantastisch aus, überall Eis, es tropft und plätschert und auf dem Rückweg runden ein paar Mönche dieses Bild mit tollen Farbkontrasten ihrer orangefarbenen Gewänder auf dem glitzernden Eis ab.


Auf der Weiterfahrt Richtung Osten fängt es zu regnen an und wir kommen heute noch bis Chitina. Unser nächstes Ziel ist die alte Kupfermine in Kenicott. Wir nehmen aufgrund des schlechten Wetters ein B & B und haben mächtiges Glück mit unseren Gastgebern. Die freuen sich in dieser Einsamkeit über ein wenig Abwechslung in Form unseres Besuches (nur 6 Häuser haben fließend Wasser in dem Ort) und nehmen uns dementsprechend herzlich auf.
Da sich die Wolken abends verziehen, bieten sich von unserer Hütte aus schöne Ausblicke in der Abendsonne auf die Wrangell Mountains mit fast 5000m hohen Bergen.

ÜN Chitina

Matanuska-Glacier Moenche Wrangell-Mts
26.06.2005 Valdez

Unsere Gastgeber aus Philadelphia bereiten uns ein tolles Frühstück und nach Abschiedsfoto und Begeisterungsausbrüchen, dass die Straße nebst B & B Hütten in unserem HB-Reiseheft abgebildet sind, fahren wir los, um uns 120 Meilen lang auf der berüchtigten Mc Carthy Road durchschütteln zu lassen.
Es kommt alles anders, denn die Schüttelei nimmt kein Ende und da wir die Straße laut Autovermieter sowieso nicht nehmen dürften, brechen wir bei Meile 17 an der Kuskulana Bridge ab und fahren stattdessen nach Valdez.

Totempfahl

Nach Aussage unserer Gastgeber dürfen wir das Switzerland Alaskas nicht auslassen.

Die Fahrt dorthin ist schön und am Worthington Gletscher machen wir Halt um zum Fuße des Gletschers zu laufen. Ein bisschen steigen wir noch auf das Eis, aber nicht zu lange, da wir uns ja noch Valdez anschauen möchten. Es ist schönster Sonnenschein und deshalb zeigt uns die Stadt ihr Bergpanorama. Wir schlendern durch die Souvenirläden und schauen einem Otter im Hafen beim Baden zu. Abends brechen wir wieder Richtung Norden auf. Wir fahren immer so lange, wie wir Lust haben und suchen uns dann irgendwo eine Übernachtungsmöglichkeit.
Heute wird es Grizzly Lake, ein sehr sauberer Campingplatz kurz vor Tok, bei dem es leider bei unserer Ankunft von Moskitos nur so wimmelt. Ohne Moskitonetze wäre man nach einem Zeltaufbau völlig zerstochen.


Bevor wir unser Nachtlager ansteuerten passierte uns noch was Ärgerliches. In einer Baustelle schleudert ein unter den Reifen des Gegenverkehr gelangter Stein mit voller Wucht gegen unser Auto und das Resultat sind drei nicht ganz kleine Beulen in der Hintertür. Wir sind gespannt, was unser Autovermieter dazu sagen wird. Diese Schotterpisten sind teilweise, besonders für Radfahrer, sehr gefährlich.

ÜN Valdez

27.06.2005    Haines Junktion

Heute haben wir noch mal viel zu fahren, denn wir wollen bis Haines Junction in Kanada gelangen.

 

Die Fahrt dorthin ist teilweise etwas eintönig, aber ab dem Kluane Lake unterbrechen wir die Weiterfahrt oft für Fotostopps, um die tollen Farben des Wassers einzufangen.

In Silver City gibt es noch ein paar verfallene Hütten einer verlassenen Silbermine zu besichtigen und endlich in Haines Junction angekommen, nehmen wir einen Campingplatz mit Blick auf die umliegenden St. Elias-Mountains.

ÜN Haines Junktion

 Kanadaflagge  Kluane Lake
28.06.2005 Haines

Nachts regnet es leider und morgens ändert sich auch nicht viel daran. Wettermäßig der schlechteste Tag unseres Urlaubs, wie sich später herausstellt.
Wir gehen zum Visitor Center, um die Fähre Haines-Skagway zu buchen und schauen uns dann den Film über die Gletscherwelt in den Bergen an.

Der angestrebte Flug über diese tolle Bergwelt fällt wegen der schlechten Wetterlage leider aus und wir gehen stattdessen in die örtliche Bücherei um eine Stunde im Internet zu surfen.
Unsere Abfahrt nach Haines ist am frühen Nachmittag und bald kommt in den Bergen die Entschädigung für das schlechte Wetter: Ein Schwarzbär am Straßenrand, der eifrig den Hang nach Essbarem absucht. Er lässt sich von uns überhaupt nicht stören und so haben wir ausreichend Gelegenheit, neben ihm herzufahren und vom sicheren Auto aus Fotos zu machen. 15 Minuten begleiten wir ihn und zwischendurch wechselt er zweimal die Straßenseite. In der ganzen Zeit kommt kein weiteres Auto vorbei, so einsam ist die Gegend hier in der Vorsaison.

Über eine tolle Passstraße gelangen wir wieder zur Grenze in die USA und die Grenzer machen sich über das Chaos in unserem Auto lustig. Als Silke aussteigt um ihren Pass zu holen, sind sie aber gar nicht mehr so freundlich. Wir hätten gefälligst zu fragen, wenn wir aussteigen möchten.

 

Schwarzbaer

In Haines regnet es leider wieder und deshalb gehen wir noch mal in ein B & B. Dieses Mal ein typisch amerikanisches Haus bei Leuten, denen es nicht schlecht zu gehen scheint. Riesige Küchentheke und luxuriöse Bäder.

Abends fahren wir zum Chilkat River, an dem oft Bären zu sehen sein sollen und im Herbst lassen sich hier ca. 4000 Adler nieder, um Lachse zu verspeisen. Leider sehen wir nur drei Adler und keine Bären, aber das soll sich zum Ende der Reise noch ändern.

ÜN Haines

 

 
29.06.2005 Skagway

Die Frau des B & B betuppt uns beim Bezahlen um die Steuern. Danach schauen wir uns das Stadt-Fort an und da Boat-Day ist, ist einiges los in der Stadt.
In der Fähre müssen wir quer einparken und die Überfahrt ist ruhig und sehr schön. Vor allem bessert sich das Wetter endlich wieder.

Skagway

Nachdem der abhanden gekommene Autoschlüssel wieder auftaucht, stellen wir am Auto fest, dass wir den gar nicht gebraucht hätten, denn das Auto steht auf dem Deck zwar verschlossen, aber mit runtergelassenem Fenster. Gut, dass Alaska so ein friedliches Land ist.


Skagway ist klasse. Alte Holzhäuser aus der Goldgräberzeit und wegen der vielen Kreuzfahrtschiffe (heute drei und jedes deutlich größer als die ganze Stadt) auch jede Menge Touri- und Schnäppchenläden.
Wir essen und trinken etwas im ehemaligen Bordell und abends gehen wir ins `98er Musical, wo wir etwas vom Flair der Goldrauschzeit erleben.

ÜN Skagway

30.06.2005    Whitehorse

Der Campingplatz ist nicht der ruhigste und ab und zu stört ein Zug die nächtliche Ruhe. Kurz entschlossen buchen wir morgens einen Gletscherflug, denn das Wetter sieht viel versprechend aus. Da die Beratung für einen Helikopterflug sehr schlecht ist, entscheiden wir uns für ein Flugzeug Richtung Glacier Bay.
Als wir gerade abgehoben sind, erkundigt sich ein Mitpassagier, wo eigentlich sein Gepäck verstaut ist. Frage des Piloten: „Wieso Gepäck, dies ist ein Kurzausflug und nicht nach Juneau!“ Der Typ sitzt tatsächlich im falschen Flugzeug und so machen wir noch einen Zwischenstopp in Haines, wo wir ihn absetzen.
Der Flug ist traumhaft und wir fliegen über fantastische Gletscherstraßen auf 3000-5000 m Höhe. Faszinierend, wie sich die Gletscher aneinanderreihen, zusammenfließen und am Ende in einer Wand im Meer enden.

   
Unsere Weiterfahrt führt uns noch zum Friedhof von Dyea, an dem viele der armen Goldsucher liegen, die den beschwerlichen Weg über den Chilkoot Pass nicht geschafft haben.

Glacierbay Goldgraeberfriedhof am Chilkoot-Trail


Dann geht es über eine Passstraße wieder zur Grenze nach Kanada.
Kurz nach der Grenze taucht der zweite Schwarzbär am Straßenrand auf, wieder seelenruhig auf Nahrungssuche und dieses Mal eine ganze Ecke größer als das erste Exemplar. Er verschwindet dann im Wald.
In Carcross machen wir kurz Halt für einen Fotostopp an der kleinsten Wüste der Welt und kurze Zeit später stehen wir am Emerald Lake, ein See, der in den schönsten Farben schimmert. Gut, dass das Wetter wieder mitspielt, denn bei Sonnenschein zeigt er seine ganze Farbvielfalt. Um bessere Sicht zu bekommen, schleichen wir uns auf ein Privatgrundstück. Ein mächtiges Anwesen, auf dem Schilder vor der Bulldogge warnen. Dass wir es trotzdem wagen, ist eine gute Entscheidung, denn die Perspektive wird noch wesentlich besser und fördert nsere läuferische Kondition.

Abends Ankunft in Whitehorse, wo wir in der Stadt was essen gehen. An der Lachstreppe, angeblich die längste der Welt, tummeln sich leider noch keine Lachse. Die Stadt hat außer dem schönen Raddampfer nicht viel zu bieten und so fahren wir noch weiter bis Takhini Hot Springs, einem Campingplatz mit heißen Quellen. Um 23:00 Uhr kommen wir an und das ist leider so spät, dass alle Waschgelegenheiten schon verschlossen sind. Wir putzen die Zähne an dem Schlauch, an dem die Wohnmobile ihren Wasservorrat auffüllen.

Wir haben heute so viel gesehen, dass ich noch drei Speicherkarten überspielen muss. Es lebe der Fototank!
 

ÜN Whitehorse

Kanada_Baer Carcross-Desert Emerald-Lake
01.07.2005    Dawson City

Die lange Fahrt klappt ganz gut, vorbei an den Five Finger Rapids, und um ca. 18:00 sind wir in Dawson City.
Der RV hat sehr harten Untergrund, ist aber dafür sehr sauber. Er liegt in den alten Minenfeldern, wo heute noch geschürft wird. Die Vorstadt scheint komplett umgegraben worden zu sein.

Dawson-City

Abends schauen wir uns die Stadt an. Wirklich schön im Stil der Goldgräberzeit erhalten. Überall urige Gebäude und die Stadt hat eine gemütliche Atmosphäre, nicht so überlaufen wie Skagway.


Heute ist der wärmste Tag und jetzt um 0:00 sind es noch 24°C im Zelt bei Tageslicht.

ÜN Dawson City

 Nach oben

02.07.2005 Fairbanks

Wir stehen verhältnismäßig früh auf und konnten bei der langen Warteschlange der Fähre über den Yukon River an den RVs vorbeiziehen. Leider ist die Sicht für den Top-Of-The-World Highway zu diesig und so passieren wir die Straße ohne die gewöhnlich unzähligen Fotostopps.

     
An den Straßenrändern stehen tausende schwarzer Baumreste, Spuren riesiger Waldbrände.
An der US-Grenze ist endlich mal ein freundlicher Grenzer, der uns weismachen will, dass wir die ersten Deutschen in diesem Sommer wären, die die Passstraße nehmen. Hinterher korrigiert er auf die letzte Stunde.
Der Fotostopp in Boundary Codge bringt uns nicht das erhoffte Telefon und in Chicken machen wir kurz Halt, um den riesigen Goldwaschbagger, der in sich zusammenfällt, zu fotografieren.


Die Straße ist wesentlich besser als wir dachten. Da wir früh in Tok sind, entscheiden wir uns, bis Fairbanks durchzufahren. Dadurch gewinnen wir noch einen Tag.
Highlight dieses Fahrtages wird ein Elch am Straßenrand in der Abendsonne, der sich wenig beeindruckt von unseren Kameras zeigt, und seelenruhig weiter grast.

Man kommt auf dem Weg nach Fairbanks ganz nah an die Alaska-Pipeline heran.

Fairbanks ist alles andere als schön. Die Restaurantsuche endet im Pizza Hut. Aber eine kleine Überraschung gibt es abends noch auf dem Zeltplatz.

Als Silke aus dem Zelt kriecht, sind sämtliche Fotoapparate des Campgrounds auf sie gerichtet. Denkt sie – aber in Wirklichkeit steht ein Elch hinter unserem Zelt und das mitten in der Stadt!
Dummerweise gibt meine Isomatte ihren Geist auf. Nach merkwürdigen Geräuschen entwickelt sich an einem Ende eine beängstigende Beule.
In North Pole besuchen wir den Nikolaus und seinen Fuhrpark in Form von Karibus.

ÜN Fairbanks

Yukon-Fähre Fairbanks-Pipeline North-Pole
03.07.2005    Fairbanks-Denali

Nach dem anstrengenden gestrigen Fahrtag lassen wir es heute ruhig angehen, beschweren uns erst über den schlechtesten Campingplatz unserer Reise und begeben uns dann zum Visitor Center um uns über das nächste Ziel Denali NP zu informieren.
Die Infos hier sind äußerst bescheiden und wir buchen telefonisch eine Unterkunft für übermorgen in der Nähe des Parks. Fred Meyer befriedigt unsere Einkaufswünsche und danach fahren wir zu den Chena Hot Springs, heißen Quellen.

Elch


Unterwegs vermiesen uns einige Mückenschwärme eine kleine, spontane Wanderung.
Bei den heißen Quellen kommen wir etwas unwissend um die 10 $ Eintritt herum und genießen ein knappes Stündchen das schwefelhaltige heiße Wasser.
Auf der Rückfahrt wartet Elch Nr. 10 auf uns und schlürft genüsslich Wasser.

Als wir darüber nachdenken, wie wir den Abend verbringen, beschließen wir noch zum Denali NP zu fahren, um auf jeden Fall morgen oder übermorgen Tickets zu bekommen.
Nachdem Silke im Pizza Hut ihren Akku halb geladen hat, fahren wir um 21:00 Uhr los. Da es abends nicht dunkel wird, haben wir uns an die späte Fahrerei gewöhnt und man kann zum Campen zu jeder Tageszeit irgendwo anreisen.

Die Fahrt in der Abendsonne Richtung Denali ist klasse und um 23:30 Uhr

Erreichen wir den RV, an dem wir für morgen ein Motelzimmer reserviert haben, da es regnen soll.
Schnell bauen wir das Zelt schnell auf, denn um 06:00 wollen wir aufstehen, um uns ein Ticket für den NP zu sichern.

Kurz nach uns trifft noch ein weiteres Paar zum Zelten ein. Und das um dieses Uhrzeit!

ÜN Denali

04.07.2005    Denali NP

Wir sind um 07:00 Uhr am Access Center und kaufen Stand By Tickets für den Shuttle zum „Wonderlake“, 42,50 $ p.P. Nun hoffen wir, mitgenommen zu werden, was um 09:15 Uhr auch klappt, aber vorher besorgen wir uns noch den Zimmerschlüssel fürs Motel.

  
Der Denali NP ist sehr schön und gleich am Anfang sehen wir einen großen Elch, endlich einen Bullen mit Geweih nach den zig Elchkühen und Kälbern! Leider ist der Himmel heute bedeckt und zwischendurch regnet es auch etwas. Nicht ideal zum Fotografieren.

Nach diversen Hühnerfamilien, die unsere Fahrt kurzzeitig stoppen, kreuzt ein attraktives Karibu unseren Weg und kurz danach sehen wir zwei Grizzlys – unweit der Straße im Berg.
Die Landschaft ist toll und am Wonderlake kommen sogar kurz Nord- und Südgipfel des Mt. Mc Kinley zwischen den Wolken zum Vorschein, was nicht alltäglich ist wie man uns berichtet.

Weit weg in den Bergen sehen wir später noch Dallschafe, Karibus, Elche und drei Bären, die alle nur mit Ferngläsern zu erspähen sind.
 
Nach unserer Tour beginnt es abends heftig an zu regnen und wir sind froh, dass wir ein Motelzimmer genommen haben. Nach 11-stündiger Busfahrt heißt es: Endlich duschen und dann in einem richtigen Bett schlafen.
 
ÜN Denali
Elch Karibu
05.07.2005   Denali-Talkeetna

Morgens regnet es immer noch etwas und wir schauen uns im Visitor Center um, sehen uns den Film über den Nationalpark an (empfehlenswert) und laufen danach zwei Kurztrails ab, die aber nicht so spannend sind.

 Da das Wetter wechselhaft ist, fahren wir nachmittags weiter Richtung Süden.

Denali-Highway

Die Alaska Range zeigt uns ihre Prachtkulisse und auch ein Abstecher in den Denali-Highway bietet noch gute Fotomotive.

 Als wir die Grenze zum Denali State Park überschreiten, bessert sich das Wetter schlagartig. Strahlend blauer Himmel lädt uns zu einer Wanderung am Lake Byers ein. Wieder erwartet uns dort leider ein riesiger Schwarm blutrünstiger Moskitos. Wir brechen bei 1/3 der Strecke ab und sind froh, Moskitonetze für den Kopf dabei zu haben.

Auf dem Rückweg schauen wir neugierig in eine Hütte, die Tür öffnet sich und ein großer Mann aus Ohio (sieht einem Bär etwas ähnlich) lädt uns ein, einzutreten. Er hat die Hütte für sich und seine Frau für eine Nacht gemietet und gegen die Bären liegt Pfefferspray und eine große Pistole auf dem Tisch. Wahrscheinlich laufen wir etwas zu unbedacht durch die Gegend mit unserer Bärenglocke, aber der Hüttenmensch muss nun sowieso erstmal was gegen die vielen Moskitos machen, die wir ihm mitgebracht haben. Zurück am Parkplatz starren uns alle seltsam an, da um jeden von uns ca. 100 Moskitos herumschwirren. Sie selber sitzen in kurzer Hose da! Wir flüchten ins Auto und setzen die Fahrt bis Talkeetna fort.

Zwischendurch gibt es tolle Ausblicke auf den Mt. McKinley und ein gutes Restaurant an der Straßenkreuzung nach Talkeetna.
Um 23:30 Uhr schlagen wir nach längerer Campground-Suche bei noch über 20°C unser Zelt auf.

ÜN Talkeetna

6.07.2005    Talkeetna

Talkeetna ist ein gemütliches Örtchen, welches einen Abstecher unbedingt lohnt und hat einen urigen Tante-Emma Kramladen. Zwischen Mixern aus den 50ern bekommt man modernstes Anti-Bären-Spray, Gitarrensaiten und alles andere Denk- und Undenkbare. Ob die Vögel, die in Käfigen zwischen allem stehen, auch zu verkaufen sind, haben wir nicht herausgefunden.

Independence-Mine


Ansonsten starten hier die Scenic-Flüge zum Mt. McKinley, die wir aber nicht machen, da wir ja schon in  Skagway einen schönen Gletscherflug unternommen haben.
Erwähnenswert ist noch die örtliche Musicbox: Ein alter Mann mit Gitarre sitzt in einer Holzkiste und sobald man die Kiste mit Dollars füttert und die gewünschte Titelnummer drückt, geht die Klappe auf und der Bärtige schrammelt los.

 Leider wird das Wetter Richtung Süden wieder schlechter. Schade, dass es hier so wechselhaft ist, denn es sah nach einem schönen Sommertag aus.

Wir erreichen nachmittags den Hatcher Pass und schauen uns die alte Independence Goldmine an. Danach geht es zur Moschusochsen-Farm.
Da wir spät dran sind, kommen wir ohne Eintritt zu zahlen hinein, verpassen dadurch aber eine Führung. Nicht so tragisch, denn man kann die Tiere auf der Weide gut ranzoomen und ein herzzerreißend schreiendes Ochsenkalb können wir aus der Nähe bedauern, da es alleine steht und scheinbar zur Herde zurück möchte.

Wir übernachten aufgrund der Wetterlage in einem Motel in Palmer und fahren am nächsten Tag ein weiteres Mal über Anchorage nach Seward.

ÜN Palmer

07.07.2005 Anchorage/Seward

Unsere Fahrt geht heute vorbei am sehenswerten Indianerfriedhof Eklutna bis Seward, wofür man gute Wetteraussichten gemeldet hat.

  

Nach einigen Gewittern während der Fahrt und einen Stopp bei den Dallschafen südlich von Anchorage entdecken wir kurz vor Seward eine Elchkuh in einem Tümpel. Da auf dieser Straße hier viel Verkehr herrscht, ist der Elch gleich Motiv für zahlreiche Touristen.
Was für ein Unterschied zu Kanada, wo wir 15 Minuten lang ungestört einen Schwarzbären beobachten konnten, ohne dass ein einziges Auto vorbei kam.

 In Seward regnet es leider ebenfalls und so beschließen wir, statt der Exit-Geltscherwanderung ins Sealife Center zu fahren. Wir haben die Hoffnung,

dort noch einige gute Nahaufnahmen der heimischen Wassertiere machen zu können. Ein paar Puffins, Robben und Seesterne bekommen wir zwar noch vor die Linse, aber insgesamt haut uns dieses Ozeanium überhaupt nicht um, zumal es auch noch 14$ Eintritt p.P. kostet.

 Nachdem wir am Hafen der täglichen Kür der besten Angler zugeschaut haben und im Hafen vergeblich nach Ottern Ausschau hielten, beschließen wir, wieder Richtung Anchorage zu fahren, weil das Wetter hier eher noch schlechter wird.

Da sich auf der Strecke keine gute Übernachtungsmöglichkeit bietet und das Wetter in Fahrtrichtung immer besser wird, fahren wir noch durch bis Anchorage.

Der zweite Abstecher zur Kenai-Halbinsel hat sich, abgesehen von der schönen Elchkuh, kaum gelohnt. Dennoch stellen wir fest, dass es schön ist, ganz unabhängig entscheiden zu können, wo es als nächstes hingeht.

Ein kleines Highlight gibt es abends noch auf dem Campingplatz in Anchorage. Wir sind gerade beim Zähneputzen, als ein kleiner Junge aufgeregt hereinstürmt: „There's a Black Bear down the hill.“
Unser Zeltnachbar sagt uns hinterher, dass der Bär genau bei unserem Zelt vorbeischlenderte und seit einiger Zeit oft abends öfters auf der Suche nach Abfällen quer über den Campingplatz marschieren würde.
Wir hatten glücklicherweise alles, was riechen könnte, schon in luftdichten Behältern im Kofferraum verpackt und die Nacht verlief ohne weitere Zwischenfälle.

ÜN Anchorage

Seward_Elchkuh Puffin
08.07.2005 Anchorage

Für die beiden letzten Tage mieten wir uns in einem B+B in Anchorage City ein. Die Stadt hatten wir ja bereits bei Ankunft etwas erkundet und deshalb lassen wir es etwas ruhiger angehen.

Zunächst gehen wir in das in mehreren Reiseführern empfohlene Snow City Café, wo wir uns Salmon Cake und Bagel schmecken lassen. Dananch machen wir uns auf den Weg zum Salmon Viewpoint. Endlich erblicken wir die fetten, großen Lachse, die für Alaska so typisch sind!

Nach Besuch von einigen Souvenirshops schauen wir die Filme im Experience-Center über das Land und die Erdbeben an.

 Da es morgen sehr früh nach Katmai geht, kehren wir zeitig zum B&B zurück.

ÜN Anchorage

09.07.2005    Katmai-NP

Um 05:20 Uhr ist die Nacht vorbei, wir bekommen ein kleines Frühstück und werden danach zum Flughafen gebracht. Bis King Salmon klappt alles gut, aber da dort nebliges Wetter herrscht, ist der Weitertransport per Wasserflugzeug nicht sichergestellt.

     

Da niemand die Leute aufklärt, stehen wir etwas ratlos da und rufen Katmai Air an. Die Sache klärt sich aber auf und wir werden nach fast zweistündigem Warten zu den Brooks Falls gebracht. Schade, durch den Zeitverlust, denn wir sind nur ein paar Stunden auf der Insel und wollen jede Minute genießen. Schließlich haben wir einen stolzen Preis dafür gezahlt.

Schon bei der Landung an der Lodge sehen wir drei Bären am Strand und der morgendliche Ärger ist verflogen. Nach Unterweisung der Ranger und Food-Verstauung wollen wir los marschieren, aber ein Bär versperrt den Weg. Die Ranger passen gut auf und schirmen dementsprechend die Gebiete ab.

Nach 15 Minuten dürfen wir endlich passieren und gehen gleich durch zu den Brooks Falls. Strahlende Gesichter kommen uns auf dem Weg dorthin entgegen und als wir endlich bei den Fällen stehen, wissen wir warum. Es sieht genau wie auf den ganzen Bildern und Videos, die man zuvor gesehen hat. Im Wasser drei Bären, die mit ihren Tatzen versuchen die Lachse zu erwischen. Oben auf den Fällen ein Bär, der einfach mit dem Mund zuschnappt, wenn ein Fisch hochspringt und ringsherum noch voll gefressenen Bären, die einfach nur daliegen.

Die Lachse versuchen in Scharen die Stufe der Fälle hochzuspringen und die Bären erwischen trotz ihrer plumpen Art genug, um satt zu werden. Hier fressen sie sich das Fettpolster für den Winter an.

 Auf dem Fußmarsch zurück müssen wir eine Stunde an der Brücke warten, weil sich ein Bär dort im Wasser vergnügt und wir haben schon Sorge, den Flieger zu verpassen. Bären haben hier Vorrang! Irgendwann gibt er doch den Weg frei und wir beenden diesen krönenden Abschluss unserer Reise im schaukligen Wasserflugzeug über herrlicher Landschaft.

ÜN Anchorage

Katmai_Bearviewing Teenie-Baer Lachsfang
10.07.2005    Anchorage

Unser letzter Tag.
Gestern haben wir die Koffer gepackt und das einzig spannende heute wird sein, was unser Autovermieter zu den Beulen und Kratzern in der Tür sagen wird.
Das Ganze läuft problemlos ab und bei dem dreckigen und auch vorher schon verschandelten Auto fallen die neuen Macken scheinbar nicht weiter auf.

Um 14:25 Uhr sitzen wir im Flieger zurück nach Frankfurt und hinter uns liegt ein traumhafter dreiwöchiger Urlaub mit viel Natur, Tieren und fantastischen Erlebnissen.

ÜN Flugzeug

11.07.2005

Ankunft in Deutschland

 Nach oben
©2005 Olaf Essing

Multicounter.de