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Namibia - Reisebericht

(13.05.2006 - 05.06.2006)


Windhoek Köcherbaumwald Fishriver Canyon Lüderitz Tirasberge
Waterberg Etosha NP - Namutoni Etosha NP - Halali Etosha NP - Okaukuejo Im Himbakral
Kaokoveld Nordwest Spitzkoppe Skelton Coast Swakopmund
Sossusvlei Namib-Nakluft-Park Windhoek

13.05.2006

  Mit der Bahn brechen wir auf in Richtung Flughafen Frankfurt und wie so oft, sind auch dieses Mal wieder einige Verspätungen der Züge einzubeziehen. Da wir genügend Zeitpuffer eingeplant hatten, haben wir trotz der späteren Ankunft von einer Stunde in Frankfurt noch genügend Zeit und reihen uns in der viel zu langen Schlange am Air Namibia-Schalter ein.
Während des Fluges ergeben sich einige Turbulenzen, aber im Großen und Ganzen ist es sehr angenehm, abends in Deutschland zu starten und nach 9,5 Stunden Flug morgens in Namibia anzukommen. Da die Zeitverschiebung zu Deutschland nur eine Stunde beträgt, hat man direkt den vollen Tag zur Verfügung.

ÜN Flugzeug
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14.05.2006

Windhoek

Windhoek-Christuskirche Beim Geldwechsel am Flughafen merkt man schnell, dass die Uhren in Afrika etwas anders ticken. Eine Stunde brauche ich, bis das Geld gewechselt ist, denn hier und da muss noch etwas in ein Formular eingetragen werden und der Computer scheint auch nicht viel schneller zu sein, als sein Bediener.
Nachdem wir die Pension beim Autovermieter bezogen haben, fahren wir per Taxi in die Innenstadt, um uns Windhoek anzusehen.
Die Stadt scheint ausgestorben zu sein, denn es ist so gut wie nichts los hier. Wahrscheinlich liegt es daran, dass Sonntag ist. Die Sehenswürdigkeiten sind schnell abgelaufen und auch ein paar Supermärkte haben geöffnet und so können wir die ersten Essensvorräte für unsere Fahrt anlegen.
Ziemlich erschlagen vom anstrengenden Flug und der Stadtbesichtigung gehen wir früh zu Bett.

ÜN Windhoek
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15.05.2006

Köcherbaumwald

Koecherbaumwald Nach dem Frühstück werden wir zu unserem Autovermieter gebracht. Dort werden wir umfassend in unser Heim der nächsten 3 Wochen eingewiesen. Ein Off-Road-Fahrzeug mit Dachzelt und Campingausrüstung. Das Zelt baut sich schnell durch einfaches Umklappen auf und die Ausstattung des Fahrzeugs lässt kaum Wünsche offen. Lediglich an die großen Ausmaße im Zusammenhang mit Linksverkehr müssen wir uns kurz gewöhnen. Da wir noch mal kurz in die Windhoeks müssen, erleben wir die Stadt heute so, wie sie belebt aussieht und gegen Mittag starten wir unsere Tour in Richtung Süden. Nach ein paar Kilometern kreuzen die ersten Paviane, die sich am Wegesrand tummeln, unseren Weg.
Wir kommen durch bis Keetmannshoop und haben Glück, den Köcherbaumwald noch in der Abendsonne erleben zu können. Hier in Namibia beginnt die Dämmerung im Winter schon zwischen 17:00 Uhr und 17:30 Uhr und wir beschließen, ab morgen unseren Tagesrhythmus darauf anzupassen und entsprechend früh aufzustehen.
Zum Übernachten bleiben wir gleich auf dem Campingplatz am Köcherbaumwald und bekommen dort abends zum Dinner Fleisch vom Kudu zu essen. Das Essen ist sehr gut und nachts kühlt es ordentlich ab, so dass man gut in den Schlaf findet.

ÜN Quivertree Forest
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16.05.2006

Fishriver Canyon

Fishriver Canyon Schon früh um 5:45 Uhr beginnen wir den Tag, da wir den Sonnenaufgang am Köcherbaumwald nicht verpassen möchten. Nach dem Frühstück fahren wir zum Giant's Playground und sehen uns die imposanten Steinformationen an. Die Sonne sticht morgens um 9:00 Uhr schon ganz ordentlich, aber die Wanderung zwischen den Steinen ist toll.
Auf der Weiterfahrt begegnen uns noch einmal Geparden unseres Campgrounds in ihrem Gehege.
Danach fahren wir nach Keetmannshoop um zu tanken und im Supermarkt ein paar Essensvorräte einzukaufen. Die Weiterfahrt führt uns ab Seeheim auf eine Schotterpiste, die laut eines Verkehrsschildes gesperrt sein soll. Nach der Befragung der Bediensteten eines nahe gelegenen Hotels ignorieren wir das Schild, denn diese meint, die Strecke sei befahrbar. So starten wir Richtung Fishriver Canyon und die Straße ist in der Tat in einem guten Zustand. Nur ein kleiner Fluss muss durchquert werden, aber da werden wir später noch Schlimmeres erleben.
Der Fishriver Canyon, zweitgrößter Canyon der Welt, beeindruckt sehr und wir machen eine kleine Wanderung am Rand der 550m tiefen Schlucht. Nach ca. 2 Stunden treten wir die Rückfahrt an und kommen an diesem Tag noch bis Bethanien, einem kleinen Ort, der in Richtung Lüderitz liegt. Hier steht das älteste Steinhaus Namibias. Auf der Fahrt dorthin erleben wir einen fantastischen Sonnenuntergang und es wird danach Zeit, ein Hotel zu finden, da es um 18:00 Uhr bereits dunkel ist. Wir ziehen aufgrund der Fahrerei heute eine Zimmer unserem Zelt vor und gehen früh zu Bett. Die Beleuchtung des Wagens ist so schlecht, dass die Straßen kaum ausgeleuchtet werden und wir sind froh, dass Namibias Straßen so gerade verlaufen.
Unser Hotel ist eher durchschnittlich, aber es muss früher ein tolles Anwesen gewesen sein.

ÜN Bethanien
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17.05.2006

Lüderitz

  Wir werden morgens vom lauten Geschrei der vielen exotischen Vögel unserer Hotelbesitzer geweckt und um 8:30 Uhr starten wir zur Fahrt nach Lüderitz.
Das Hotel bezahlen wir mit Kreditkarte, jedoch muss dafür jemand zur Tankstelle gegenüber gehen, um es zu verbuchen.
Die Fahrt nach Lüderitz führt uns durch sehr schöne Landschaften und wir unterbrechen oft für Fotostopps. Mein Videofilm eines vorbeifahrenden Zuges wird mit lautem Gehupe der Lok untermalt.
Wir sind durch die gestrige lange Fahrt schon sehr früh in Lüderitz und nachdem wir uns ein Permit für die alte Diamantenmine Kolmannskuppe gekauft haben, schauen wir uns die Stadt an. Überall gibt es Zeugnisse der ehemaligen deutschen Kolonie und wir werden oft direkt in Deutsch angesprochen.
Nachmittags fahren wir zum Diaz Point und die Fahrt dorthin wird ein kleines Abenteuer. Durch die heftigen Regenfälle in den letzten Monaten stehen mehrere Straßenabschnitte der Schotterpiste unter Wasser und da man die Tiefe des Wassers schwer abschätzen kann, geht Silke mit Badeschlappen vor und prüft die Lage. Bei zwei anderen Wasserstellen treffen wir glücklicherweise auf Gegenverkehr, den wir erst passieren lassen. Eine Stelle war schon Schmerzgrenze und das Fahrzeug schien zu schwimmen. Wir erfahren später von anderen Reisenden, dass der Straßenabschnitt wegen Unpassierbarkeit am nächsten Tag komplett gesperrt wurde.
Die Fahrt zum Diaz Point lohnt sehr, denn wir werden bei schönstem Wetter von den Seehunden auf einer kleinen Insel begrüßt. Hier leben auch Pinguine, die wir aber leider nicht zu Gesicht bekommen. Dafür sehen wir auf der Rückfahrt einen Flamingo an einer Lagune.
Die Nacht verbringen wir an einem traumhaft gelegenen Campingplatz auf der Halbinsel Shark Island und entgegen der Beschreibung vieler anderer Reisender ist es hier fast windstill.

ÜN Lüderitz
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18.05.2006

Tirasberge

Kolmannskuppe Der Tag beginnt mit bewölktem Himmel und leider auch zwischenzeitlichen Regenschauern.
Um 9:30 Uhr sind wir an der Kolmannskuppe, der ehemaligen, von 1908-1910 errichteten Diamantenmine. Die deutschsprachige Führung durch die Geisterstadt ist sehr gut und informativ.
Danach fahren wir über die D 707, einer der Traumstraßen Namibias, weiter bis zur Farm Koiimasis. Die Straße führt durch die Tirasberge. Grüne Hügel wechseln sich mit roten Sanddünen ab und wir halten oft an, um die Landschaft auf Fotos festzuhalten. Das feuchte Klima der letzten Monate stellt sich leider auch heute wieder ein und so haben wir nichts von den atemberaubenden Sonnenuntergängen, die hier normalerweise zu sehen sind.
Die Farm Koiimasis liegt äußerst abgelegen, aber der tolle Campingplatz entschädigt für den beschwerlichen Weg dorthin. Die sanitären Einrichtungen gleichen eher einem 4-Sterne-Hotel, sind direkt in einen Fels gebaut und sehr geschmackvoll angelegt worden.
An Tieren konnten wir heute viele Strauße und eine Oryxantilope beobachten und am Wegesrand sind in den Bäumen überall riesige Nester der Webervögel zu sehen.

ÜN Koiimasis
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19.05.2006

 

  Es hat die ganze Nacht über geregnet. 22 mm Niederschlag gab es, wie man uns am nächsten Morgen erzählt- normal wären 5 mm im ganzen Monat! Man kann nur hoffen, dass es bald besser wird.
In einer trockenen Periode schaffen wir es, zu frühstücken und das nasse Zelt einzuklappen. Danach sehen wir uns die Straußenfarm an und starten dann in Richtung Sesriem/Sossusvlei. Die Wolkendecke wird immer dichter und auf der Fahrt gibt es heftige Regenschauer. In Sesriem angekommen, beschließen wir kurz entschlossen, das vorgebuchte Camp auf Anfang Juni umzubuchen und erst nach Nordnamibia zu fahren. Wir haben dann zwar mehr Fahrerei, aber wer will einen der schönsten Dünenschauplätze der Welt schon im Regen sehen! In knapp zwei Wochen ist hier hoffentlich wieder Sonnenschein. Auf einer anstrengenden Fahrt kommen wir heute noch bis Reoboth und die Fahrt über den Spreetshoogte Pass durch malerische Berglandschaften entschädigt etwas für den missglückten Tag.
In Reoboth laufen finstere Gestalten herum, viele davon angetrunken. Es ist Freitagabend und besseres gibt es hier scheinbar nicht zu tun. Auf dem Campingplatz am Thermalplatz finden wir einen bewachten sauberen Platz für die Nacht und zum Duschen bekommen wir den Schlüssel für das Schwimmbadgebäude, dass wir so gesehen für uns alleine haben. Aber zum Schwimmen sind wir viel zu müde.
An Tieren sahen wir heute wieder viele Oryxantilopen und eine große Zebraherde.
Dummerweise entstand durch einen Steinschlag vom Gegenverkehr ein Riss in der Windschutzscheibe, den wir der Mietwagenfirma am Ende unserer Reise wohl ersetzen müssen.

ÜN Reoboth
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20.05.2006

Waterberg

Waterberg Spät stehen wir auf, dabei sind die Tage im winterlichen Afrika viel zu kurz, um herumzutrödeln. Um 9:30 Uhr fahren wir los und das Ziel für heute heißt Waterberg. Je weiter wir nach Norden kommen, desto schöner wird das Wetter und der Sonnenschein hebt unsere Lust auf Afrika nach den zwei durchwachsenden Tagen an. Wir sind froh, die Tour umgeplant zu haben.
Da wir heute eine gute Teerstraße fahren, sind wir schnell am Waterberg und am Straßenrand sehen wir unterwegs viele Warzenschweine. Schon von weitem sieht man den Plateauberg und an der Straße hebt gerade ein Geier mit 2-3 m Spannweite und seiner Beute in den Fängen ab.
Wir campen direkt im Waterberg Plateau Park und besteigen nachmittags den Berg. Eine tolle Geräuschkulisse erwartet uns dort und es gibt viele Vögel zu sehen. Ein paar Mangusten nehmen vor uns Reißaus, Dik-Diks lassen sich nicht durch uns stören und in den Bäumen sitzen Tokos und Graulärmvögel. Leider überholt uns beim Aufstieg eine Schulklasse von ca. 40 Jugendlichen und mit der Ruhe ist es somit vorbei.
Wieder im Camp angelangt, gehen wir gut essen und anschließend haben wir einen fantastischen Sternenhimmel und sehen viele Sternschnuppen.

ÜN Waterberg
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21.05.2006

Etosha NP - Namutoni

Mit 5 C hatten wir die bisher kälteste Nacht unseres Urlaubs und ab 4:00 Uhr läuteten die vielen Vögel und Affen mit lautem Geschrei den neuen Tag ein. Schnell frühstücken wir und fahren dann nach Okakarara, einer Hererostadt. Hier kommen scheinbar nicht oft Touristen vorbei, denn wir werden von allen Leuten neugierig beäugt. Auf der Weiterfahrt zum Etosha-Nationalpark läuft uns eine große Affenherde über den Weg und am frühen Nachmittag stehen wir am westlichen Eingangstor des Nationalparks.
Wir haben noch genügend Zeit, die Wasserlöcher rund um das Namutoni-Camp abzufahren und in den paar Stunden erleben wir gleich die Fülle des Wildbestands hier.
Warzenschweine, Zebras, Springböcke, Antilopen, Löffelhunde, viele Giraffen und ein Elefant kreuzen unsere Wege und in der Luft lassen sich u.a. Tokos, Sekretär und ein großer Geier sehen.
Leider wird das Wasserloch am Camp abends von keinem Tier mehr aufgesucht, aber mit der Ausbeute unseres ersten Tages im Etosha können wir mehr als zufrieden sein. Abends streichen viele Schakale und Hyänen durch das Camp, um die Abfälle auf der Suche nach Essbarem zu durchwühlen.

ÜN Namutoni Camp
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22.05.2006

Etosha NP - Halali

Heute fahren wir bis zum Halali-Camp, dem mittleren Camp des Etosha-NP's. Auf dem Weg dorthin fahren wir viele Wasserlöcher an und es gibt wieder viele Tiere zu beobachten. Gnuherden und viele Springböcke beobachten wir und ein paar Wildhüter vermessen an einem Wasserloch ein betäubtes Nashorn. Da wir von einem anderen Touristen den Tipp erhalten, dass am Goas-Wasserloch eine Löwenfamilie liegt, fahren wir hin und können tatsächlich überall im Gras Köpfe ausmachen und hin und wieder steht ein Löwe kurz auf, um die Schlafstellung zu wechseln. Etwas langweilig und deshalb fahren wir im Laufe des Tages noch viele andere Stellen zur Tierbeobachtung an. Am Ende des Tages fahren wir noch einmal zu den Löwen und mit dem Einbruch der Dämmerung werden diese endlich munterer. Wir sehen 6 oder 7 Löwinnen mit einigen Jungen und einen Löwen, und alle bieten uns klasse Fotomotive. Da man sich in den Camps zu einer bestimmten Uhrzeit zum Übernachten einfinden muss, beenden wir irgendwann die Fotosession und kommen mit 5 Minuten Verspätung im Halali-Camp an. Beim Zeltaufbau hören wir schon das nächste Highlight, denn vom Wasserloch macht sich eine Elefantenherde lautstark bemerkbar. Schnell gehen wir hin und es stehen sicher 10 Elefanten am Wasserloch und vergnügen sich.

ÜN Halali Camp
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23.05.2006

Etosha NP - Okaukuejo

Es war wieder eine sehr kalte Nacht und dementsprechend bekommen wir tagsüber wieder viel Sonnenschein. Außer unseren beiden Regentagen eine sehr schöne Zeit, um in Namibia zu verreisen, da es nicht zu heiß wird und durch die kalten Nächte kaum Moskitos unterwegs sind.
Auf dem Weg zum nächsten Camp, dem Okaukuejo-Camp, fahren wir, wie am Vortag, wieder fast alles Wasserstellen an und sehen große Springbock- und Zebraherden. Nachmittags fahren wir zum Märchenwald und die beste Tierbobachtungszeit wird wieder der Spätnachmittag. Wir entdecken drei Löwen, die zu einer Wasserstelle gehen und es sich dort gemütlich machen. Sie gehen unmittelbar an unserem Fahrzeug vorbei, trinken und legen sich dann wieder faul ins Gras. Ein Schakal beobachtet die ganze Szenerie aus sicherer Entfernung.
Später im Camp haben wir auch wieder Glück und können am dortigen Wasserloch zu später Stunde eine Giraffe und drei Nashörner beim Baden und Trinken beobachten.

ÜN Okaukuejo Camp
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24.05.2006

Im Himbakral

Kamanjab-Himbakral Heute waren nachts nur 4 C und wir hätten nicht gedacht, dass wir hier kältere Nächte erleben würden als auf unserer Alaskareise.
Vor unserer Weiterfahrt Richtung Süden schauen wir noch einmal am Wasserloch vorbei und es zieht gerade eine große Zebraherde vorbei, um zu trinken. Sie liefern uns als Abschluss dieses Nationalparkbesuchs tolle Fotos.
Unsere Fahrt geht weiter bis Outio und hier halten wir zum Geldwechsel, Einkauf und außerdem erkundigen wir uns in der Tourist-Office nach dem Besuch eines Himbadorfes. Zwei zufällig anwesende Deutsche schalten sich in das Gespräch ein und berichten uns begeistert von ihrem gestrigen Besuch in einem Himbakral in der Nähe von Kamanjab.
Da sich ihr Besuch mit dem meiner Internetrecherchen deckt, beschließen wir, den weiten Weg durch das Kaokoveld zu streichen und stattdessen zu probieren, eine Führung in dem Kral zu bekommen. So gewinnen wir drei Tage und umgehen eine anstrengende Fahrerei.
In Kamanjab haben wir Glück und können durch die Schwester eines bei den Himbas lebenden Weißen heute noch eine Tour zum Dorf organisieren. Das Ganze kostet durch die eigene Organisation nur ein Drittel des Normalpreises, den das deutsche Paar aus der Tourist-Office bezahlt hat und lohnte sich sehr.
Bei unserer Ankunft wird gerade noch eine Ziege erlegt, was kein schöner Anblick, aber eigentlich völlig normal ist. Wir dürfen uns ungezwungen im ganzen Dorf umschauen und die Kinder spielen mit uns. Später wird uns in der Häuptlingshütte viel über das Leben der Himbas erklärt und gezeigt. Als eine Hornisse bedrohlich um meinen Kopf herumschwirrt, meint der Häuptling nur, dass ich ein kleines Stück zur Seite rücken soll, damit das Insekt in sein Haus gelangen könnte.
Abends campen wir am benachbarten Campingplatz des Himbakrals.

ÜN Xaragu Camp
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25.05.2006

Kaokoveld

  Um doch noch etwas vom Kaokoveld zu sehen, fahren wir heute Richtung Norden bis nach Sesfontein. Die Straße ist teilweise sehr schlecht, insbesondere dort, wo ausgetrocknete Flüsse kreuzen, aber die Landschaft ist grandios. Wir sehen Bergzebras, Springböcke und Oryxantilopen vor Tafelbergen und tollen Gebirgslandschaften.
Leider passiert in Sesfontein eine Panne mit unserem Auto. Ein Leck in der Leitung des hydraulischen Kupplungssystems bewirkt, dass wir nach einiger Zeit die Kupplung nicht mehr nutzen können, d.h. das Auto fährt nur noch in dem Gang, in dem wir auch angefahren sind. Wir entscheiden uns für den vierten Gang und lassen das Auto so an einem Berg anrollen. Der Wagen nimmt die teilweise steilen Anhöhen so gerade noch und wir rasen über alle Unwegsamkeiten hinweg. Die Landschaft können wir so natürlich nicht mehr genießen, und obwohl alles in der Abendsonne noch toller aussieht, sparen wir uns die nächsten Fotostopps. Wir sind froh, irgendwann wieder in Palmwag (= Zivilisation) zu sein und fahren ab hier im 3 Gang weiter.
Die Zufahrt zu unserem ausgeguckten Campingplatz ist sehr holprig und wir sind bei unserer viel zu schnellen Anfahrt froh, dass die Reifen das alles mitmachen. Es geht alles gut und die Wahl des Campingplatzes erweist sich später als ausgesprochen gut, da es dort zwei fähige Mechaniker und ein Schweißgerät gibt.
Zunächst aber kommt ein sehr hilfsbereiter älterer Herr aus Neuseeland auf uns zu und erklärt das Problem. Er hat das schon bei mehreren liegen gebliebenen Autos in Namibia gesehen und wir verschieben die Reparatur wegen der einbrechenden Dunkelheit auf morgen.
Es ist der erste Urlaubstag, an dem uns die Moskitos zu schaffen machen und wir müssen wohl oder übel noch einmal das Moskitonetz im Zelt spannen. Wir sind nur noch auf 550 m Höhe und dementsprechend warm bleibt es nun nachts.

ÜN Kamanjab
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26.05.2006

Nordwest

Vingerklip Nach dem Frühstück erkundige ich mich an der Rezeption nach Bremsflüssigkeit und werde daraufhin mit dem Auto in die kleine Werkstatt geschickt. Nach zwei Stunden funktioniert die Kupplung wieder. Die Leitung ist geschweißt und zusätzlich wurde noch ein Kabel für die Vergaserluftregulierung neu verlötet, denn die war gestern auch noch ausgefallen. Das solche Pannen bei den holprigen Straßen auftreten können, ist zwar zu verstehen, aber wenn die Leitungen von vornherein besser abgeschirmt würden, wären diese Fehler und der ganze daraus resultierende Ärger sicher vermeidbar. Unseren Autovermieter interessiert das am Ende der Reise herzlich wenig, aber wir bekommen das Geld für die Reparatur selbstverständlich ersetzt.
Mittags fahren wir weiter nach Twyfelfontein, zu den Organ Pipes und Verbrand Berg. Es ist sehr heiß heute, aber wir sind froh, mal etwas laufen zu können.
Danach fahren wir weiter nach Khorixias und sehen uns auf dem Weg dorthin den versteinerten Wald an, wo auch einige Welwitschias wachsen.
In Khorixias werden wir beim Tanken mit der ärmsten Bevölkerungsschicht konfrontiert. Die Leute versuchen äußerst hartnäckig, uns einige Dollar abzuschwatzen und dabei werden sie so aufdringlich, dass wir beschließen, überhaupt nichts zu geben. Da die Kriminalitätsrate hier eine der höchsten des Landes sein soll, beschließen wir, nicht, wie geplant, in der Gegend zu übernachten, sondern weiter bis Vingerclip zu fahren. Hier gibt es wenig Übernachtungsmöglichkeiten und deshalb gönnen wir uns nach den vielen Zeltübernachtungen den Luxus, in der Vingerklip Lodge zu nächtigen. Mit Abstand unsere teuerste Übernachtung, aber dafür lassen wir es uns nun so richtig gut gehen. Dinner und Breakfast sind vorzüglich und im Preis inbegriffen. Schade nur, wenn man die übrig gebliebenen Fleischmassen sieht und dann zurückdenkt an den heutigen Tankstopp.
Die nächste Panne ließ übrigens auch nicht lange auf sich warten, denn auf dem Weg zur Vingerklip Lodge brach ein Loch im Auspuff durch und nun sind wir etwas lauter als normal. Hoffentlich hält das Teil noch bis Swakopmund!

ÜN Vingerklip Lodge
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27.05.2006

Spitzkoppe

Spitzkoppe Wir gehen für den Sonnenaufgang auf den Hügel nahe unserer Lodge und genießen von dort den Ausblick auf die umliegenden Tafelberge. Nach gutem Frühstück und relaxtem Morgen fahren wir zum Vingerklip-Felsen und danach weiter über Omaruru zur Spitzkoppe, dem namibischen Matterhorn. Auf dem Weg dorthin kreuzen zwei Schlangen unseren Weg, von denen sich eine sogar filmen und fotografieren lässt.
Unser Campingplatz liegt direkt an kleiner und großer Kuppe und wir machen tolle Fotos im Abendlicht. Danach setzen wir uns mit unseren Platznachbarn Conny und Josef beim Lagerfeuer und ein paar Bierchen unter einem tollen Sternenhimmel zusammen und tauschen Reiseerfahrungen aus.
Ein heute gekauftes Reparaturset für den Auspuff hielt nur ca. 50km und auch der zweite Versuch scheiterte kläglich. Das Auto wird immer lauter und wir müssen den Auspuff wohl in Swakopmund schweißen lassen.

ÜN Spitzkoppe
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28.05.2006

Skelton Coast

Cape Cross Nach einigen Kletterpartien an der Spitzkuppe fahren wir über eine gute Piste Richtung Meer zur Skelton Coast. Die sich dort anschließende Salzpiste entlang der Küste ist gut befahrbar und wir sind schnell am Ziel, Cape Cross, angekommen. Die Landschaft hier an der Küste erinnert uns des Öfteren an das Altiplano in Chile und Bolivien.
In Cape Cross erwarten uns schon von weitem der Gestank und das Geschrei der unzähligen Robben. Die Zahlen in den Reiseführern schwanken zwischen 80.000 bis weit über 100.000 und der Anblick ist klasse. Wir schauen uns das Getummel eine gute Stunde an, treffen hier sogar noch Bekannte unserer Autovermietung, die hier ein Haus für den Altersruhesitz suchen, wieder und fahren danach weiter zum Schiffswrack der Winston. Viel ist von dem gesunkenen Schiff nicht übrig geblieben, denn Feuchtigkeit, Salz und Wind zersetzen den Stahl nach und nach, aber es ist trotzdem nett, zu fotografieren.
Für den Rückweg nach Swakopmund reicht unser Benzin so eben aus und nach der nebeligen Küste wirkt Swakopmund bei herrlichem Sonnenschein äußerst einladend auf uns.
Unterkunft beziehen wir in einem Backpacker mit sehr netter Gastgeberin. Morgen werden wir uns die Stadt ansehen und versuchen, in dieser Zeit den Auspuff, der immer lauter wird, reparieren zu lassen. Abendessen gibt es beim Italiener zwei Blöcke von unserem Backpacker entfernt.

ÜN Swakopmund
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29.05.2006

Swakopmund

  Wir bringen als erstes das Auto in die Werkstatt und dann gehen wir durch die Stadt, um uns alle Sehenswürdigkeiten anzusehen.
Hier gibt es deutschen Kuchen und deutsches Brot und überhaupt werden wir sehr oft auf Deutsch angesprochen. Swakopmund gefällt uns sehr gut, und wir genießen es, mal einen ganzen Tag entspannt vorbei streichen zu lassen. Abends essen wir vorzüglichen Fisch.
Da wir gut in der Zeit liegen, werden wir wahrscheinlich drei Nächte in Swakopmund bleiben. Die Stadt ist wirklich lebenswert.
Unserem reparierten Wagen gönnen wir heute eine Wäsche, denn es war mit Abstand der dreckigste Mietwagen, den wir unterwegs gesehen haben. Da wir dem Vermieter später die kaputte Windschutzscheibe im Tausch gegen die von uns nicht verschuldeten Pannen anbieten wollen, sollte der Wagen nicht zu verwahrlost aussehen.

ÜN Swakopmund
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30.05.2006

Swakopmund

  Heute Morgen gehen wir in die Stadt, um uns nach Flügen über die Dünenlandschaften bis zum Sossousvlei und entlang der Skelettküste zu erkundigen. Wir bekommen tatsächlich für heute Nachmittag noch einen sehr schönen Flug bei Bush Bird und fahren danach nach Walvis Bay. Auf dem Weg dorthin buchen wir in den Dünen eine Quadbike-Tour, die aber bei weitem nicht soviel abenteuerlichen Spaß bringt, wie meine damalige Tour in Neuseeland. Wir fahren fast immer nur mit halber Leistung durch den Sand, aber die Landschaft hier oben entschädigt uns wieder.
In Walvis Bay sehen wir unzählige Flamingos, jedoch nicht, wie erhofft, Pelikane und auf die Suche nach den Vögeln können wir uns nicht mehr machen, weil wir schon um 14:30 Uhr zu unserem gebuchten Flug abgeholt werden sollen.
Bei unserer Ankunft in Swakopmund erhalten wir leider von Bush Bird einen Anruf, dass die beiden anderen Passagiere, die mit uns fliegen wollten, bisher nicht in unserem Hotel erschienen wären. Uns bleibt nichts anderes übrig, als abzuwarten, aber wie erwartet, bleibt der Stand so. Ziemlich sauer gehen wir zum Büro von Bush Bird und lassen uns das Geld erstatten. Das Ganze ist umso ärgerlicher, als wir in anderen Reisebüros nach Flügen fragen, und diese recht gut gebucht waren, d.h. mit denen hätten wir fliegen können! Wir sind leider auf das Geschwätz eines etwas zu geschäftstüchtigen Piloten reingefallen, der hoffte, sein Flugzeug irgendwie voll zu bekommen. Uns wurde vormittags erzählt, dass die anderen zwei Passagiere fest gebucht und bezahlt hätten, was sich nachmittags leider als unwahr herausstellte. Als Tipp an dieser Stelle: Manche Reisebüros sprechen sich gut mit den Hotels ab und organisieren zusammen. Als kleine Entschädigung bekommen wir eine Foto-CD mit, leider qualitativ schlechten, Bildern des Fluges. Nun bleibt uns nichts anderes übrig, als morgen in Sesriem zu versuchen, noch einen Flug zu bekommen.
Abends kochen wir selbst in unserem Backpacker und anschließend wird das Auto gründlich gesäubert und aufgeräumt, wobei wir dabei mehrmals von unserer Vermieterin argwöhnisch beobachtet werden.

ÜN Swakopmund
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31.05.2006

Sossusvlei

Sossusvlei Früh brechen wir auf in Richtung Sesriem. Wir kommen recht zügig voran und überqueren zwei sehr schöne Passstraßen. Kuisep-Pass und Goab-Pass laden zu vielen Fotostopps ein.
In Sesriem angekommen, fahren wir nachmittags noch die 63km zum Sossusvlei und erleben die fantastischen Dünenlandschaften in der Abendsonne. Wirklich schade, dass man zum Sonnenuntergang wieder im Camp sein muss. Den 4x4 Trail auf den letzten 5 km schafft unser Auto spielend und wir sammeln so die nötigen Erfahrungen für unsere morgige Sunrise-Tour in der Dunkelheit.
In der Abendsonne laufen wir den Dünenkamm hinauf und fotografieren viel. Es ist noch viel Wasser im Sossusvlei, was nur alle paar Jahre vorkommt.

ÜN Sesriem
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01.06.2006

Sossusvlei

Der Tag beginnt für uns kurz vor 5:00 Uhr, denn um 5:30 Uhr werden die Tore zum Sossusvlei geöffnet. Es herrscht schon einiges Treiben auf dem Campingplatz und wir fahren in der Dunkelheit los. Uns ist es unverständlich, warum die Tore so spät geöffnet werden, denn es ist mit den vorgeschriebenen 60 km/h unmöglich zu schaffen, pünktlich zum Sonnenaufgang am Sossusvlei zu sein. Die Leute fahren dementsprechend alle wie die Wilden los - uns eingeschlossen. Außer uns schafft es nur ein Auto, den Wettlauf gegen die Uhr zu gewinnen. Wir hetzen die Düne hinauf, was auch noch ca. 10 Min. dauert, und ich habe gerade die Videokamera aufgebaut, als die Sonne über die Hügel schaut. Wie gesagt, die Touristen würden es den Behörden danken, wenn man etwas mehr Zeit bekäme. Undenkbar, wenn sich in der Dunkelheit Tiere am Weg befinden.
Nach einigen Stunden am Sossusvlei fahren wir weiter zum Deadvlei und hier gefällt es uns noch ein bisschen besser. Es ist zwar mittlerweile knalleheiß, aber die Landschaft entschädigt für alle Mühen. Auf einem Dünenkamm stehend, sieht man rechts das weiße Deadvlei mit seinen abgestorbenen Bäumen und links eine riesige Wasserstelle, die von den starken Regenfällen des Frühjahrs zeugt.
Obwohl wir mittlerweile ziemlich erschöpft sind, fahren wir danach zurück zum Camp und dann weiter zum Sesriem Canyon. Unterwegs, an der Düne 45, stoppt uns ein Bauarbeiter und bittet um eine Flasche Wasser. Der Ärmste! Kein Vergnügen, in dieser Hitze so einen Job zu machen.
In der Schlucht des Sesriem Canyons ist es angenehm kühl und wir schauen uns ein wenig um. Unsere späteren Erkundigungen nach einem kurzen Rundflug über die Dünen werden leider verneint und deshalb fahren wir noch einmal ein Stück ins Sossusvlei hinein um uns weitere Dünen anzusehen. Wie schon gestern erscheinen die Dünen in der Abendsonne am schönsten.
Da wir für heute noch keine Unterkunft haben, fahren wir weiter in Richtung Norden.
Am ersten Campingplatz werden wir leider nicht fündig und so fahren wir weiter bis nach Solitaire.
Wir finden mit der Solitaire Guest Farm eine tolle Unterkunft, gönnen uns abends ein gutes Dinner und lassen den Tag am Kaminfeuer ausklingen.

ÜN Solitaire
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02.06.2006

Namib-Nakluft-Park

  Unsere heutigen Versuche, noch einen Rundflug über die Dünen zu bekommen, scheitern wieder, aber ein kleines Highlight erwartet uns an der Tankstelle in Solitaire. Wer dort entlang kommt, sollte unbedingt den legendären Apfelkuchen probieren. Es gibt auch deutsches Brot und die ganze Tankstelle an sich ist schon einen Halt wert.
Es geht weiter zum Namib-Nakluft-Park und hier laufen wir ein Stück des Olive-Trails. Wir sehen wieder Bergzebras, Adler und ein Chamäleon. Unser Urlaub ist nun fast vorbei und deshalb machen wir uns nachmittags auf den Weg zurück nach Windhoek. Nördlich der Hauptstadt campen wir auf einer Gästefarm und werden von einem Kudu, das um Essbares bettelt, begrüßt.
Abends machen wir am Lagerfeuer unsere restlichen Kartoffeln.

ÜN Elisenheim
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03.06.2006

Nördlich von Windhoek

  Hier gibt es wieder jede Menge exotischer Vögel, die uns morgens wecken. Nachdem wir uns vom Kudu verabschiedet haben, fahren wir nach Okahandija, um uns die großen Schnitzermärkte anzusehen. Danach fahren wir zur Leopardenfarm Düsterbrook, bei der die Zeit für eine Fahrt durchs Gehege zwar nicht reicht, aber dafür sehen wir auf der 20 km Anfahrt zur Farm noch viele Tiere. Strauße, Oryxantilopen, Springböcke, Paviane und Kudus kreuzen unseren Weg.
Von hier ist es nicht mehr weit bis Windhoek und nachdem wir in der Stadt ein paar Souvenirläden aufgesucht haben, fahren wir zur Autovermietung, um unseren Wagen abzugeben. Für den Sprung in der Windschutzscheibe müssen wir aufkommen, aber da vorher schon kleinere Steinschläge vorhanden waren, reduziert sich der Preis. Der Kupplungsschaden wird ebenfalls angerechnet und so bleibt der Schaden in Grenzen.

ÜN Windhoek
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04.06.2006

Windhoek

  Bis nachmittags bleibt uns Zeit, in Windhoek herumzulaufen, aber viel Spannendes hat die Stadt nicht mehr zu bieten. Wir sind froh, uns alles zu Beginn der Reise angeschaut zu haben und so kommt kein Stress mehr auf. Um 19:00 Uhr hebt unser Flieger Richtung Heimat ab und wir kommen früh morgens wieder in Deutschland an.


Höhepunkte dieser Reise waren das Sossusvlei (mit Deadvlei!) und der Etosha Nationalpark, in dem die drei Nächte gerade ausreichend waren. Aber auch sonst hat das Land soviel zu bieten, dass wir vielleicht irgendwann noch einmal zurückkehren werden.

ÜN Flugzeug
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05.06.2006

 
Ankunft in Deutschland

ÜN Flugzeug
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